Was ist Headless-Commerce?
May 20, 2020

Wie bleiben Sie im schnelllebigen und hart umkämpften E-Commerce konkurrenzfähig? Und was ist eigentlich Headless-Commerce?
In-Store-Terminals, IoT, Amazon Dash Buttons und Sprachassistenten: Online einkaufen lässt sich heute auf vielen neuen Wegen. Für die Kundschaft ist das grossartig. Für E-Commerce-Unternehmen bringt es jedoch noch mehr Herausforderungen. Viele kämpfen ohnehin schon mit neuen Technologien, monolithischen Systemen, unzähligen neuen Features, Relaunches, Conversion-Experimenten, Performance, Usability, und die Liste liesse sich beliebig verlängern.
Um erfolgreich zu bleiben, müssen Sie die Erwartungen Ihrer Kundschaft erfüllen: ein nahtloses, fehlerfreies und personalisiertes Einkaufserlebnis über viele Kanäle und Touchpoints hinweg. Da laufend neue Einkaufsmöglichkeiten entstehen, muss der Onlinehandel seine E-Commerce-Strategie immer wieder überdenken, um langfristig wettbewerbsfähig und profitabel zu bleiben.
Aus all diesen Herausforderungen ist Headless-Commerce entstanden!
Was ist Headless-Commerce?
Der Begriff «headless» bezeichnet eine Softwarearchitektur, die ohne grafische Benutzeroberfläche funktioniert. Im Onlineshop heisst das: Frontend und Backend sind voneinander getrennt oder «entkoppelt». Anders gesagt: Die Präsentationsschicht (Website, App usw.) ist von der Commerce- bzw. Funktionsschicht losgelöst.
Die Headless-Architektur setzt auf Modularität. Shopbetreibende können so reichhaltige Inhalte und Markenerlebnisse flexibler über viele Kanäle ausspielen und bleiben zukunftssicher, auch wenn sich Technologien ändern. Auch Entwicklungs- und Optimierungsteams gewinnen Spielraum für ein massgeschneidertes Einkaufserlebnis, weil Backend und Frontend nicht mehr eng miteinander verknüpft sind.
Falls Sie es noch nicht wussten: Wir haben unsere eigene Open-Source-Grundlage für Headless-Commerce veröffentlicht: VELOX
Headless-Commerce und klassischer E-Commerce im Vergleich

Klassische E-Commerce-Systeme
Bei einer klassischen Website schränken vordefiniertes Design und Datenbank die Umsetzung ein, weil Geschäftslogik, Infrastruktur und Präsentationsschicht meist eng miteinander verbunden sind. Will Ihr Entwicklungsteam etwas ändern, muss es deshalb nicht nur das Frontend anpassen, sondern auch die Datenbank und deren Code. Liegen mehrere Code-Schichten zwischen Datenbank und Design, wird das schnell zeitaufwendig. Im schlimmsten Fall erlischt sogar die Garantie der Plattform, und Upgrades werden zum Kraftakt.
Zwischen E-Commerce- und CMS-Funktionen gibt es immer einen Zielkonflikt: Eine hervorragende E-Commerce-Plattform bietet meist nur eingeschränkte CMS-Funktionen. Und einem hervorragenden CMS fehlen oft wichtige E-Commerce-Funktionen.
Mit einem Headless-Ansatz wählen Sie für jeden Bereich die beste Lösung und verbinden sie miteinander.
Headless-Commerce
Eine Headless-Softwarearchitektur ist dagegen API-first, modular und entkoppelt. Die Daten gelangen per API in die Präsentationsschicht, sodass sich das Frontend weitgehend unabhängig gestalten lässt. Sie können das Frontend also anpassen oder erweitern, ohne die Backend-Logik im Detail zu kennen. Zudem lassen sich Ihre Produkte einfach an externe Systeme wie Marktplätze anbinden, denn das ist nur eine weitere Art, sie darzustellen.
Möchten Sie zum Beispiel Conversion-Experimente durchführen oder das Nutzererlebnis anderweitig verändern, brauchen Sie dafür nur die Frontend-Entwicklung. Das verkürzt die Time-to-Market und vereinfacht den Prozess erheblich, weil keine Vorgaben eines bestehenden Designs oder Templates eingehalten werden müssen.
Natürlich braucht es dafür Fachleute aus Entwicklung und Design. Im Gegenzug gewinnen Sie deutlich mehr Flexibilität und Freiheit, um das Kundenerlebnis an steigende Ansprüche und neue Technologien anzupassen. Davon profitieren Sie langfristig enorm.

8 Vorteile von Headless-Commerce
- Die nahtlose Integration von CMS, Webshop, Backend (ERP, CRM) sowie Lieferanten- und Händlerportalen schafft einen zentralen Einstiegspunkt für Ihre Kundschaft und kann klassische Portale ersetzen.
- Single Identity und Single Sign-on lassen sich schneller umsetzen und werden nicht durch Systeme ausgebremst, die nicht miteinander kommunizieren können.
- Die Entkopplung aller Komponenten macht es deutlich flexibler und günstiger, einzelne Systeme Ihrer Softwarearchitektur auszutauschen, etwa um künftigen Trends im Frontend wie im Backend zu folgen.
- Schnelle Experimente und Optimierungen lassen sich endlich zeitnah umsetzen.
- Redundanzen und Overhead durch monolithische Systeme entfallen.
- Ihre Website erreicht eine optimale Performance.
- Niedrige Infrastrukturkosten dank Cloud- bzw. Cloud-native-Services bei Self-Service-Hostinganbietern wie Amazon AWS, im Gegensatz zu den hohen Kosten lokaler Cloud-Dienste auf grossen Servern.
- Echte, horizontale Skalierbarkeit vieler Systeme.
Fazit
Wenn Sie der Konkurrenz einen Schritt voraus sein wollen, sollten Sie jetzt in einen Headless-Commerce-Ansatz investieren, besonders im B2B-Markt. Sind alle Systeme eng in einen Monolithen eingebunden, wird die Technologielandschaft schnell komplex und schwerfällig.
Mit einem Headless-Ansatz modularisieren Sie die kritischen Bereiche und bleiben so zukunftssicher, egal welche Systeme oder Technologien sich ändern. Gleichzeitig binden Sie Marktplätze, Lieferantenportale, Sprachassistenten, In-Store-Terminals, IoT-Geräte und vieles mehr einfach an. Ihr E-Commerce-System wird ausserdem schneller, lässt sich leichter warten und optimieren und bietet ein individuelles Kundenerlebnis.
Wir sind grosse Fans von Headless-Systemen. Deshalb haben wir VELOX entwickelt: eine Code-Grundlage für massgeschneiderte E-Commerce-Lösungen, die all diese Vorteile vereint.
Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns, um zu erfahren, wie Ihr Unternehmen von Headless-Commerce profitieren kann. Unsere Fachleute bringen über 25 Jahre Erfahrung mit grossen E-Commerce-Projekten mit. Die Erstberatung ist immer kostenlos. Wir freuen uns darauf, Ihr E-Commerce-Geschäft auf die nächste Stufe zu bringen!


